Schulvorbereitung im Kindergarten: 4 Bereiche und ihre Bedeutung

Das letzte Jahr im Kindergarten ist angebrochen, wenn aus Kindergartenkindern stolze Vorschüler werden. Sie gehören nun zu den „ganz Großen“ und blicken dem Tag der Einschulung mit einem Mix aus Freude und Spannung entgegen. Nach und nach nimmt die Schulvorbereitung im Kindergarten einen festen Platz im Alltag der Erstklässler in spe ein. Worauf sich Kindergärten hierbei für gewöhnlich konzentrieren und welche Bereiche dabei im Vordergrund stehen, erläutern wir im Folgenden.

Schulvorbereitung im Kindergarten für einen guten Schulstart

In Deutschland gibt es kein zu 100% einheitliches Konzept für die Schulvorbereitung im Kindergarten, dem alle Einrichtungen folgen. Vielmehr unterscheiden sich die vorbereitenden Maßnahmen in Art, Regelmäßigkeit der Übung und Intensität von Einrichtung zu Einrichtung. So gibt es in manchen Kindergärten beispielsweise spezielle Vorschulprogramme und -gruppen, während die Schulvorbereitung in anderen Einrichtungen eher „nebenbei“ vonstattengeht. Dabei haben jedoch alle dasselbe Ziel: Das optimale Vorbereiten der Vorschüler auf die Schule, sodass der Schulstart reibungslos gelingt.

Bereich 1: Vorbereitung auf das Schreiben

Einer der vier großen Bereiche, in die sich die Inhalte und Fähigkeiten, die im Zuge einer guten Schulvorbereitung aufgegriffen und geschult werden, unterteilen lassen, bezieht sich selbstverständlich auf das Schreiben. In der Vorbereitung geht es – anders als man vielleicht annehmen könnte – nicht unbedingt explizit um Buchstaben oder Zahlen, sondern vorrangig um das Training der Grob- und Feinmotorik, der richtigen Stifthaltung und -führung sowie der Augen-Hand-Koordination. Denn es sind genau diese Fertigkeiten, die Kinder benötigen, um Buchstaben und Zahlen später überhaupt sauber zu Papier bringen zu können. Im Sinne einer Förderung dieser Kompetenzen werden im Kindergarten mitunter gerne Fingerspiele und Schwungübungen gemacht.

Bereich 2: Vorbereitung auf das Lesen

Wo das Schreiben Thema ist, kann das Lesen nicht weit sein. So auch bei der Schulvorbereitung im Kindergarten. Begonnen wird hierbei zumeist mit dem Symbolverständnis, also mit dem Erkennen, Verstehen und Merken der Bedeutung von bestimmten Symbolen, wie etwa einem bekannten Markenlogo oder dem Rauchverbotsschild. Im Großen und Ganzen dreht sich alles darum, ein Verständnis für die Verbindung zwischen Zeichen und Lauten zu schaffen, wofür im weiteren Verlauf der Förderung normalerweise die Großbuchstaben herangezogen werden. Dann wird häufig mit Bildern gearbeitet: Der Erzieher zeigt ein Bild mit einem Affen, die Kinder sagen „Affe“ und versuchen den Anlaut – also das A – herauszufinden. Das Lesen ganzer Wörter spielt im Kindergarten in aller Regel noch keine Rolle. Findet aber eine gute Vorbereitung statt, ist es in der ersten Klasse nur noch ein ganz kleiner Schritt zum Lesen erster, kurzer Worte.

Bereich 3: Sprechen und Sprachverständnis

Zum Schriftspracherwerb zählen nicht nur das Schreiben und Lesen, sondern auch das Sprechen und das Sprachverständnis. Fällt es einem Kind bereits leicht, selbstständig ganze Sätze zu bilden und andersherum Gehörtes in ganzen Sätzen zu verstehen, kann in der Schule kinderleicht darauf aufgebaut werden und das Kind profitiert beim Erlernen des Schreibens und Lesens enorm davon. Bei der Schulvorbereitung im Kindergarten greifen Erzieher gerne auf bekannte Märchen und kindgerechte Geschichten zurück, die sie langsam und deutlich vorlesen, um dann im Anschluss Fragen zum Inhalt stellen zu können. Auf diese Weise lernen Vorschüler, einer Erzählung nicht nur zu lauschen, sondern dabei aufmerksam auf deren Inhalt zu achten und sich diesen über wenige Minuten hinweg zu merken. Das freie Sprechen und das in Worte fassen von Ideen und Tatsachen wird oftmals zusätzlich über Bildbeschreibungen gefördert. Der Erzieher bittet die Vorschüler, in ganzen Sätzen zu sagen, was sie auf einem Bild sehen können. Für das Sprachverständnis werden manchmal ergänzend Übungen zu Lauten und Silben eingesetzt, zum Beispiel durch das Lernen von kurzen Gedichten und das selbstständige Finden von Wörtern, die sich reimen.

Bereich 4: Grundverständnis der Mathematik

Kinder bringen ein natürliches Verständnis der Mathematik im Groben mit, das sich entsprechend einfach spielerisch fördern lässt. Genau wie Kinder beim Erwerb der Muttersprache schier automatisch grammatikalische Regeln mitverstehen, muss ihnen die grundlegende Logik, die simpler Mathematik zu Grunde liegt, nicht explizit nahegebracht und erklärt werden. Es gibt viele altersgerechte Spiele, die sich wunderbar dazu eignen, erste Zahlen zu lernen und womöglich sogar einige leichte Additionen zu meistern. Die Favoriten im Kindergarten sind für gewöhnlich Würfelspiele, die zuerst mit einem und später mit zwei Würfeln gespielt werden. Zunächst müssen die Kinder die Punkte noch nachzählen, wobei sie nebenbei die Reihenfolge der Zahlen kennenlernen und ein Verständnis für „größer als“ und „kleiner als“ entwickeln. Nach und nach gelingt es ihnen dann, die durch die Punkte dargestellte Zahl auf den ersten Blick zu erkennen und zwei Würfelzahlen zusammenzuzählen. Gerade beim Zusammenzählen sind Vorschülern die eigenen Finger, mit denen mitgezählt wird, oft eine große Hilfe.

Tipp: Schulvorbereitung im Kindergarten und Zuhause abstimmen

Wie eingangs erwähnt, pflegte jede Einrichtung ihre eigene Herangehensweise in Sachen Schulvorbereitung. Damit Sie als Eltern Ihren Sprössling Zuhause so fördern können, dass Förderung Zuhause und im Kindergarten ein stimmiges Gesamtbild ergeben, sollten Sie sich mit dem Kindergarten in Verbindung setzen und genau nachfragen, wie die Schulvorbereitung dort gestaltet wird. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, die Übungen, die Sie in den eigenen vier Wänden mit Ihrem Kind machen, daran anzupassen, was dem Lernfortschritt den Weg ebnet.