Schulausgangsschrift – Entdecken, Verstehen, Lernen

Es gibt wohl nur wenige Themen, über die Eltern, Lehrer und Schulverbände so viel sprechen und diskutieren wie die Schreibschrift. Das dürfte mitunter auch daran liegen, dass an deutschen Schulen teils verschiedene Schreibschriften gelehrt werden. Neben der Grundschrift, der vereinfachten Ausgangsschrift und der lateinischen Ausgangsschrift kommt in vielen Bundesländern die sogenannte Schulausgangsschrift infrage. Was diese von den anderen drei Schreibschriften unterscheidet und wie der Umstieg von Druck- auf Schreibschrift unterstützt werden kann, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die Schulausgangsschrift im Überblick

Während die BRD zu Zeiten der Mauer auf die lateinische Ausgangsschrift setzte, war die Schulausgangsschrift (kurz SAS) zu dieser Zeit die Schrift der Wahl an Schulen in der DDR. 1968 wurden einige Veränderungen vorgenommen, welche die SAS vereinfachen sollten und bis heute gelten. So wurden beispielsweise überflüssige Schnörkel und Schwünge weggelassen und die Kleinbuchstaben dynamischer gestaltet, was ein noch flüssigeres Schreiben ermöglichen sollte. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die SAS auch an westdeutschen Schulen zur Wahl gestellt, wobei Bayern sie als letztes Bundesland erst 2014 offiziell zuließ. Heute steht die SAS in Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und im Saarland verbindlich auf dem Stundenplan. In Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein ist sie eine von je zwei wählbaren Optionen und auch in den Ländern ohne feste Vorgaben (Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen) wird sie teils gelehrt.

Schulausgangsschrift und andere Schreibschriften im Vergleich

Fakt ist, dass sich SAS, lateinische Ausgangsschrift und VA im Wesentlichen nur geringfügig unterscheiden. Bei der lateinischen Ausgangsschrift sind vergleichsweise viele Schnörkel „übrig geblieben“, während VA und SAS optisch durchaus clean und geradlinig wirken. Insbesondere die Großbuchstaben sind bei SAS und VA deutlich stärker an ihre Äquivalente in Druckschrift angelehnt, als es bei der lateinischen Ausgangsschrift der Fall ist. Vergleicht man VA und SAS, fällt auf, dass die SAS in Sachen Schmuckbögen und Schnörkel nochmals reduzierter ausfällt, der Großteil der Buchstaben jedoch genau gleich oder zumindest sehr ähnlich geschrieben wird.

Übrigens: Unser Sortiment beinhaltet vielseitige Übungshefte zum Erlernen der Schulausgangsschrift. Ein kleiner Vorgeschmack:

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Wie sicher sollte die Druckschrift beherrscht werden, bevor mit der SAS begonnen wird?

Diese Frage liefert immer wieder Stoff für mehr oder weniger hitzige Diskussionen und auch Experten sind sich im Kern überwiegend uneinig darüber, wann der „richtige“ Zeitpunkt zum Erlernen der Schreibschrift beziehungsweise für den Umstieg von Druck- auf Schreibschrift gekommen ist. Weitere Infos hierzu sowie Antworten auf die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Schreibschriften im Allgemeinen finden Sie in diesem Beitrag.

Fällt es Kindern leicht, auf die Schulausgangsschrift umzusteigen?

Durch die Anlehnung der Buchstaben an die Drucklettern und die Reduktion schmückender Elemente wird es Kindern definitiv erleichtert, von der Druckschrift auf eine Schreibschrift umzusteigen. Dennoch gelingt dies nicht jedem Kind problemlos. Wie immer gilt: Jedes Kind ist ein Individuum mit eigenen Stärken und Schwächen und einem individuellen Lerntempo, das berücksichtigt und respektiert werden muss. Folglich ist es ganz natürlich, dass Kinder unterschiedlich lange brauchen, um das Schreiben in Schulausgangsschrift zu erlernen und Fortschritte in Sachen Schriftbild und flüssiges Schreiben zu machen.

Tipp: Schwungübungen bereiten auf die SAS vor

Wir können es gar nicht oft genug sagen: Schwungübungen sind die absolute Übung der Wahl, wenn es darum geht, Grundschüler auf die Schreibschrift vorzubereiten. Die Übungen fördern Feinmotorik, Stiftführung und Augen-Hand-Koordination gleichermaßen und schlagen so eine ganze Reihe von Fliegen mit einer spielerischen Klappe. Kinder lernen, geschwungene und gebogene Linien ohne den Kontext der Buchstaben, der später folgt, kontrolliert und präzise auszuführen, wovon sie spätestens beim Umstieg auf die Schreibschrift – egal ob SAS, VA, lateinische Schreibschrift oder Grundschrift – immens profitieren. Und: Es kann kaum zu früh mit Schwungübungen begonnen werden. Übungshefte mit Schwungübungen in verschiedenen Schwierigkeitsstufen finden Sie in unserem Shop.

Schulausgangsschrift Übungshefte: Sinnvolle Materialien erkennen und auswählen

Abgesehen von Schwungübungen ist es natürlich auch möglich und in vielen Fällen äußerst sinnvoll, Kinder explizit im Schreiben in SAS zuhause zu fördern. Als Eltern können Sie hierfür auf Übungshefte zur Schulausgangsschrift zurückgreifen, wie Sie zum Beispiel in unserem Shop zu finden sind. Achten Sie dabei unbedingt auf die Qualität des Übungsmaterials, denn längst nicht alle Hefte, die der Markt zu bieten hat, sind im Sinne einer optimal fördernden Begleitung zu empfehlen. Grundsätzlich können Sie Übungsmaterialien auf diese drei Aspekte hin überprüfen, um herauszufinden, ob diese sich jeweils gut oder eher weniger gut eignen:

Klare Struktur

Ein gutes Übungsheft folgt einer klaren, für das Kind leicht erkennbaren Struktur, die möglichst durch das ganze Heft hindurch gleich bleibt. Ein Beispiel für eine solche Struktur wäre:

  1. Buchstabe nachfahren
  2. Buchstabe frei schreiben
  3. Buchstabe in einem ganzen Wort schreiben

Wird dieser Struktur von Aa bis Zz gefolgt, kann sich das lernende Kind wunderbar daran orientieren und seinen eigenen Lernfortschritt laufend nachvollziehen. Langweilig wird es dabei trotzdem nicht, schließlich steht immer ein anderer Buchstabe im Fokus.

Kindgerechte, liebevolle Aufmachung

Im Optimalfall ist ein Übungsheft so gestaltet, dass das Kind die Übungen selbstständig verstehen und umsetzen kann. Sprich: Sie als Elternteil müssen nicht zwingend ständig dabei bleiben und jede Übung umfangreich erklären, denn Aufbau und Art der Übungen sorgen dafür, dass das Kind diese nahezu intuitiv begreift. Ist dies gegeben, kann von einer wirklich kindgerechten Aufmachung gesprochen werden. Zusatzpunkte gibt es für eine besonders liebevolle Gestaltung, beispielsweise durch kleine Illustrationen passend zum Buchstaben, die das Kind zum Ausmalen einladen.

Kleinschrittiger Aufbau für viele Erfolgserlebnisse

Wünschenswert ist außerdem ein kleinschrittiger Aufbau. Das bedeutet, dass eben nicht in großen Sprüngen vom Kennenlernen eines Buchstabens zum Schreiben desselben im ganzen Wort gehastet, sondern in „Babysteps“ dorthin geleitet wird. Auf diese Weise wird nicht nur einer Überforderung und daraus resultierend Demotivation und Frustration vorgebeugt, sondern auch Raum für jede Menge kleine, motivierende Erfolgserlebnisse geschaffen.