Schreibschrift Grundschule: 10 häufige Probleme und mögliche Lösungen

Auch wenn es in Sachen Schreibschrift Unterschiede zwischen den Bundesländern und einzelnen Schulen gibt, ist eines gewiss: Früher oder später muss jedes Kind in Deutschland eine Schreibschrift lernen. Dass dabei nicht immer alles glattläuft, versteht sich von selbst. Nachfolgend stellen wir die zehn häufigsten Probleme, die sich beim Umstieg von Druck- auf Schreibschrift in der Grundschule ergeben können, vor und widmen uns jeweils der Frage danach, wie diese umgangen oder gelöst werden können.

#1: Das Kind ist nicht motiviert, sich mit der Schreibschrift zu beschäftigen

Insbesondere Kinder, denen schon das Erlernen der Druckschrift schwer gefallen ist und die mit dieser womöglich noch immer die ein oder andere Schwierigkeit haben, sind oft verständlicherweise nicht übermäßig motiviert dazu, sich mit der Schreibschrift zu befassen. Und wir alle wissen aus eigener Erfahrung, dass wir uns Dinge schwerer aneignen, wenn die Motivation fehlt. Was also tun, um den unmotivierten Grundschüler für die neue Aufgabe zu begeistern? Bei manchen Kindern wirkt es Wunder, ihnen eine Geschichte rund um ihren Lieblingssuperhelden oder favorisierten Charakter aus einer Serie aufzutischen und glaubhaft zu vermitteln, dass Spiderman, Elsa, Bibi Blocksberg und Co. allesamt die Schreibschrift beherrschen. Bei anderen kann es sinnvoll sein, mit kleinen Belohnungen Anreize zu schaffen. Letztendlich bleibt Ihnen als Eltern nichts anderes übrig, als kreativ zu werden und auszuprobieren, womit Sie die Motivation bei Ihrem Sprössling wecken können.

#2: Die Schwünge der Schreibschrift Grundschule werden unsauber ausgeführt

Ein sehr häufig auftretendes Problem bezieht sich ziemlich konkret auf die vergleichsweise vielen Schwünge, die die Schreibschrift im Gegensatz zur Druckschrift kennzeichnen. Diese werden eckig, ungleichmäßig oder verzerrt und das Kind muss immer und immer wieder neu ansetzen, um sie irgendwie zu Papier zu bringen – ein flüssiges Schreiben ist so nicht möglich. Die gute Nachricht lautet: Hier lässt sich mit einer relativ einfachen Lösung Abhilfe schaffen. Das Zauberwort heißt „Schwungübungen“. Dabei handelt es sich um Übungen zum Zeichnen geschwungener Linien, die dem Grundschüler die Möglichkeit geben, sich einmal ganz abseits der Buchstaben auf Schwünge zu konzentrieren und herauszufinden, wie es diese am besten umsetzen kann. Hintergrundinfos zu diesen praktischen Übungen hält dieser Beitrag für Sie bereit, während in unserem Shop zahlreiche kindgerechte Übungshefte mit Schwungübungen in verschiedenen Schwierigkeitsstufen zu finden sind.

#3: Das Kind kommt mit Druck- und Schreibschrift durcheinander

Wirkt das Schriftbild auf den ersten Blick unsauber, steckt oftmals eine verbreitete Problematik dahinter: Das Kind schreibt nicht in reiner Schreibschrift, sondern fabriziert einen Mix aus Buchstaben in Druck- und Schreibschrift. Gerade zu Beginn, wenn das Kind erst seit wenigen Wochen ganze Wörter und Sätze in Schreibschrift schreiben soll, ist dies häufig zu beobachten. Dann ergibt es Sinn, nochmals einen Schritt zurückzugehen und den Fokus wieder auf das Schreiben der einzelnen Buchstaben in Schreibschrift zu legen. Außerdem kann es helfen, Druck- und Schreibschriftlettern gezielt miteinander zu vergleichen und das Kind dazu aufzufordern, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu finden. Um diesen Lernprozess spielerisch zu gestalten, können Sie zum Beispiel ein Memory basteln: Fertigen Sie Kärtchen an und bilden Sie Paare aus je demselben Buchstaben in Druck- und Schreibschrift. Findet Ihr Kind ein Paar, darf es dieses nur behalten, wenn es korrekt benennen kann, auf welchem Kärtchen der Druckbuchstabe und auf welchem die Letter in Schreibschrift geschrieben steht.

#4: Das Größenverhältnis von Groß- zu Kleinbuchstaben stimmt nicht

Viele Kinder haben ihre Schwierigkeiten damit, die Größenverhältnisse der Buchstaben untereinander stimmig zu gestalten. Dann wird der große Anfangsbuchstabe zum niedrigen Zwerg, während der folgende Kleinbuchstabe riesige Dimensionen annimmt. Um Kinder dabei zu unterstützen, ein besseres Gefühl für die Größenverhältnisse zu bekommen, hat sich das Schreiben mit Hilfslinien bewährt. Diese Linien zeigen die Höhen der großen und kleinen Buchstaben an und geben so einen verständlichen Rahmen vor.

#5: Das Abmalen klappt, das Schreiben ohne Vorlage nicht

Ihr Kind hat überhaupt keine Probleme mit dem Schreiben in Schreibschrift, solange es die Buchstaben nachfahren oder von einer Vorlage abmalen kann, doch es funktioniert plötzlich nichts mehr, wenn es frei und ohne Vorlage schreiben soll? Das kann mehrere Ursachen haben, zumeist steckt allerdings ein ganz simpler Grund dahinter: Das Kind hat sich Aussehen und Schreibart der Buchstaben noch nicht ausreichend eingeprägt. Nimmt man ihm die Vorlage, weiß es folglich nicht mehr, wo es anfangen und wie das Endprodukt aussehen soll. Hier helfen dreigliedrige Aufgaben weiter: Zuerst nachfahren, dann abmalen und zu guter Letzt frei schreiben. Fordern Sie Ihr Kind dazu auf, einen Buchstaben nachzufahren, lassen Sie es diesen dann einmal abmalen, entfernen Sie direkt danach die Vorlage und den abgemalten Buchstaben und bitten Sie Ihr Kind, einen freien Versuch zu wagen. Im Anschluss decken Sie die Vorlage wieder auf und vergleichen diese gemeinsam mit Ihrem Grundschüler mit dessen frei geschriebenem Buchstaben.

#6: Das Kind schreibt die Schreibschrift Grundschule sehr langsam

Als Eltern kann man zeitweilen das Gefühl bekommen, die Nerven zu verlieren, wenn das Kind die Buchstaben seit gefühlten Stunden seelenruhig im Schneckentempo aneinanderreiht. Grundsätzlich ist ein sehr langsames Schreiben jedoch dem hektischen, hastigen Schreiben vorzuziehen. Schließlich nimmt sich das Kind in diesem Fall Zeit, ist vermutlich hochkonzentriert und gibt sich jede Mühe, möglichst korrekt und schön zu schreiben – alles wünschenswerte Gegebenheiten. Dennoch besteht der Sinn und Zweck der Schreibschrift im Kern natürlich darin, flüssig und letztlich auch zügig schreiben zu können. Hierfür ist es wichtig, dass Ihr Kind die Erfahrung macht, dass auch ein schnelleres Schreiben zu einem guten, wenn auch vielleicht etwas weniger perfekten Ergebnis führen kann. Sie können beispielsweise ein Wettrennen veranstalten: Wer kann ein bestimmtes Wort oder einen bestimmten Satz am schnellsten Schreiben? Auf die Plätze, fertig, los!

#7: Das Kind schreibt zügig, aber unleserlich

Viel häufiger ist das Gegenteil der Fall: Das Kind eilt von Buchstabe zu Buchstabe und schreibt in Rekordgeschwindigkeit, doch leider ist das, was es dabei aufs Papier kleckst, kaum zu entziffern. Dann gilt es, Ruhe in die Angelegenheit zu bringen und dem Grundschüler verständlich zu machen, dass eine Schrift nur dann ihren Nutzen erfüllt, wenn sie auch lesbar ist. Fordern Sie Ihr Kind immer wieder dazu auf, nach jedem Wort eine kleine Pause einzulegen, kurz durchzuatmen und sich auf das Ansetzen des nächsten Wortes zu konzentrieren. Auch daraus können Sie ein kleines Spielchen machen: Laden Sie Ihr Kind dazu ein, so langsam wie eine Schnecke, so gemächlich wie ein Faultier, so gleichmäßig kriechend wie eine Schildkröte oder so träge wie ein müder Elefant zu schreiben. Zur Auflockerung darf dann zwischendurch natürlich auch ein blitzschneller Leopard oder eine flinke Gazelle über das Blatt huschen.

#8: Der Stift verursacht Druckstellen

Das Schreiben in Schreibschrift darf herausfordernd, knifflig und zuweilen sogar richtig kompliziert sein, sollte eines aber niemals: Schmerzen verursachen. Leider tut es das manchmal, und zwar dann, wenn es zu Druckstellen verursacht durch den Stift kommt. Diese Stellen können als kleine Dellen, gerötete oder leicht ins Bläuliche gehende Stellen oder aber sogar als Blasen auftauchen und machen ein angenehmes Schreiben zum Ding der Unmöglichkeit. Logischerweise schmerzt es jedes Mal, wenn das Kind zum Stift greift, worunter auch der Lerneffekt leidet. Denn: Schmerzen bedeuten Stress und Stress steht effektivem Lernen im Wege. Ganz zu schweigen davon, dass Kinder Lernen natürlich nie als schmerzhafte Erfahrung erleben sollten. Wenn Sie also feststellen, dass Ihr Kind Druckstellen an den Fingern, mit denen es den Stift hält, aufweist, oder Ihr Kind Sie sogar auf Schmerzen beim Schreiben aufmerksam macht, ist erste Hilfe angesagt: Das Schreiben sollte sofort abgebrochen werden und es muss zunächst eine Schreibpause eingelegt werden, bis sich die Fingerchen erholt haben und die Druckstellen vollständig abgeheilt sind. Zusätzlich ist es unerlässlich, Ursachenforschung zu betreiben, denn wenn sich nichts ändert, wird es wieder zu schmerzenden Druckstellen kommen. Die Frage lautet also: Woher kommen die Druckstellen? Meistens sind die Auslöser naheliegend: eine falsche Stifthaltung oder zu viel Druck, der auf den Stift ausgeübt wird. Das Problem lässt sich folglich durch das Üben einer korrekten Stifthaltung und dadurch, das Kind immer wieder daran zu erinnern, den Stift locker und ohne übermäßigen Druck übers Papier zu führen, lösen.

#9: Denkpausen verhindern ein flüssiges Schreiben der Schreibschrift Grundschule

Ihr Kind ist grundsätzlich in der Lage dazu, die Schreibschrift Lettern mit Schwüngen zu verbinden, setzt den Stift aber mitten im Wort mehrfach ab, um über den nächsten Buchstaben nachzudenken? Auch diese Problematik ist häufig zu beobachten und kann Schritt für Schritt mit Geduld und Übung gelöst werden. Setzen Sie den Fokus auf kurze Worte mit drei oder vier Buchstaben und fordern Sie Ihr Kind dazu auf, sich zu überlegen, wie die Lettern geschrieben werden und diese gegebenenfalls einzeln zu üben, bevor es sich ans Schreiben des ganzen Wortes heranwagt. Auf diese Weise findet das Nachdenken über die Ausführung der Buchstaben vor dem Schreiben statt und die Worte können flüssig geschrieben werden.

#10: Das Kind setzt sich selbst unter Druck

Während es Kinder gibt, denen die Schreibschrift und ihre Fortschritte kaum egaler sein könnten, gibt es auch diejenigen, die unbedingt alles richtig machen und schnell vorankommen möchten. Im letztgenannten Fall setzen sich die Kinder oftmals selbst unter Druck und entwickeln einen Ehrgeiz und Hang zum Perfektionismus, der über ein gesundes Maß hinausgeht. Klappt etwas nicht, sind Verbissenheit, Ärger, Frust und das Gefühl, versagt zu haben, die Folge. Als Eltern können Sie dem entgegenwirken, indem Sie Ihr Kind auch dann loben, wenn es einen Buchstaben nicht in perfekter Manier schreibt. Stellen Sie den Versuch in den Mittelpunkt, nicht das Ergebnis, und fordern Sie Ihr Kind zu einer Pause mit Spiel und Spaß auf, wenn Sie das Gefühl haben, dass das lockere Üben in ein verbissenes „Müssen“ auszuarten droht.