Programm für Vorschulkinder im Kindergarten

Als Vorschulzeit wird das letzte Kindergartenjahr vor der Einschulung bezeichnet. Für Kinder bedeutet das vor allem eines: Sie gehören jetzt zu „den Großen“ im Kindergarten. Gleichzeitig befinden sie sich in einer Zeit des Umbruchs, denn das Altbekannte neigt sich dem Ende zu und das Neue ist in greifbarer Nähe. Für Eltern und Pädagogen stellt sich eine wichtige Frage: Wie sollten die Vorschüler nun gefördert werden? Wir informieren über die grundlegenden Inhalte, die ein Programm für Vorschulkinder im Kindergarten kennzeichnen, und beantworten die gängigsten Fragen zur Thematik.

Gibt es ein verpflichtendes Programm für Vorschulkinder im Kindergarten?

Viele Eltern gehen davon aus, dass sich Kindergärten in Sachen Vorschulförderung an Vorgaben des Bundes oder Landes halten müssen und es somit ein geregeltes und verpflichtendes Programm für Vorschulkinder im Kindergarten gibt. Tatsächlich ist das nicht der Fall. Die Einrichtungen genießen jede Menge Freiheiten und es existiert schlicht und ergreifend keine verbindlich geltende Norm. Das hat zur Folge, dass die Angelegenheit von Einrichtung zu Einrichtung verschieden gehandhabt wird. Während früher gesonderte Vorschulklassen oder zumindest zeitlich festgelegte Vorschulstunden die Regel waren, ist dies heute zur Seltenheit geworden. Stattdessen wird die Förderung der Vorschulkinder zumeist in den Kita-Alltag integriert. Das schafft Flexibilität, birgt aber auch die Gefahr, dass diese wichtige Aufgabe gewissermaßen „untergeht“ und zu kurz kommt.

Hauptziel: Vorbereitung auf die Schule

Grundsätzlich wird mit einem Programm für Vorschulkinder im Kindergarten – wie auch immer dieses im Einzelfall gestaltet ist – immer ein und dasselbe Ziel verfolgt: Die Vorschüler sollen bestmöglich auf die Schule vorbereitet werden. Sie sollen dazu befähigt werden, den Schulalltag zu bewältigen und ohne Probleme in die erste Klasse zu starten. Das bedeutet nicht unbedingt, dass alle Kinder auf einen Stand gebracht werden müssen, denn es gilt selbstverständlich, die individuellen Entwicklungsstände und Lerntempi zu berücksichtigen. Wie genau das Ziel der optimalen Schulvorbereitung erreicht wird, liegt oftmals voll und ganz in den Händen der betreuenden Erzieher, die sich gegebenenfalls im Rahmen von Elterngesprächen mit den Eltern absprechen und über die Jahre im Beruf häufig ein eigenes Konzept verfolgen, das sich ihrer Erfahrung nach bewährt.

Was beinhaltet ein Programm für Vorschulkinder im Kindergarten?

Auch wenn es kein „Standardprogramm“ gibt, ist relativ unstrittig, welche Themenbereiche, Fähigkeiten und Kompetenzen im Zuge der Schulvorbereitung von Vorschülern in den Mittelpunkt gestellt werden sollten. Relevant sind in der Hauptsache diese fünf Gebiete:

Soziale/Emotionale Kompetenzen

Die sozialen und emotionalen Kompetenzen, die Vorschüler entwickeln sollten, um gut in der Schule zurechtzukommen, werden seitens der Eltern nur allzu oft vergessen beziehungsweise einfach nicht bedacht, haben sie auf den ersten Blick doch wenig mit den Kenntnissen zu tun, die man direkt mit der Schule verbindet. Innerhalb von Programmen für Vorschulkinder im Kindergarten spielen sie jedoch berechtigterweise eine recht große Rolle. Kinder sollen sich so zum Beispiel an das Verstehen und Befolgen von Regeln gewöhnen, Fähigkeiten der Planung und Selbstorganisation aufbauen und Strategien beziehungsweise Kompetenzen der Problemlösung entwickeln. Sie sollen lernen, auf gesunde, sozial akzeptierte Weise mit Frust umzugehen, empathisch mit ihren Mitmenschen zu interagieren und ihre Meinung/ihre Interessen zu vertreten. Das alles sind schließlich Dinge, die einen reibungslosen Schulstart nicht nur begünstigen, sondern geradezu als Voraussetzung für einen solchen betrachtet werden können.

Sprachförderung

Das Verstehen und Bilden ganzer Sätze, das Ausdrücken der persönlichen Bedürfnisse und Gefühle sowie das Stellen und Beantworten grammatikalisch korrekter Fragen gehört zum Bereich der Sprachförderung. Vorschüler sollen darin gefördert werden, sich präzise und selbstbewusst zu äußern, Gehörtes zu begreifen und selbiges in eigenen Worten wiederzugeben. Zu diesem Zweck werden im Kindergarten gerne Hörspiele gehört oder Geschichten vorgelesen und im Anschluss in der Gruppe besprochen.

Feinmotorik

Die Förderung der Feinmotorik findet in nahezu jedem Programm für Vorschulkinder im Kindergarten einen Platz. Dabei geht es längst nicht nur um das korrekte Halten und Führen eines Stifts: Auch das Binden von Schleifen, das Zuknöpfen von Knöpfen, das saubere Essen mit Messer, Gabel und Löffel, das selbstständige An- und Ausziehen, das sichere Verwenden einer Schere sowie das ordentliche Aus- und Einpacken eines Mäppchens fallen in diesen Bereich. Viele feinmotorische Aufgaben des alltäglichen Lebens können besonders einfach in den Kindergartenalltag integriert und so quasi nebenbei immer wieder geübt werden.

Zeichnen und Schreiben

Dieser Bereich ist als Erweiterung der feinmotorischen Förderung zu verstehen und beinhaltet beispielsweise das Ausmalen von Bildern, ohne über die Linien zu kritzeln, das freie Zeichnen erster geometrischer Figuren, wie etwa Kreise und Dreiecke, und manchmal sogar das Schreiben erster Buchstaben und des eigenen Namens. Beliebt sind außerdem Schwungübungen, die die Stiftführung ganz gezielt schulen und dabei Augen-Hand-Koordination und Konzentration effektiv trainieren.

Zahlen und Zählen

Zu guter Letzt darf das Zahlenverständnis nicht vergessen werden. Vorschulkinder lernen, sich im Zahlenraum von eins bis zehn zu bewegen, die Zahlen zu erkennen und gegebenenfalls zu schreiben. Mithilfe von Zählspielen werden sie mit der Bedeutung von Zahlen und mit den Begriffen „größer“ und „kleiner“ in diesem Kontext vertraut gemacht. Im Zusammenspiel mit der Sprachförderung lernen sie, Zahlen in Sätzen zu verwenden und kurze Zahlenreihen in der richtigen Reihenfolge aufzusagen.  

Programm für Vorschulkinder im Kindergarten zuhause ergänzen

Als Eltern haben Sie die Möglichkeit, ihren Vorschüler zusätzlich zum Programm für Vorschulkinder im Kindergarten zuhause zu fördern. Als erstes sollten Sie sich hierfür erkundigen, wie genau sich die Schulvorbereitung in der Einrichtung, die Ihr Kind besucht, gestaltet. Stellen Sie fest, dass ein Bereich dabei vernachlässigt wird, können Sie dies ausgleichen, indem Sie passende Übungen in den eigenen vier Wänden vorschlagen. Zudem können Sie die im Kindergarten vermittelten Inhalte aufgreifen und zuhause zum Beispiel mit Lernspielen und praktischen Übungsheften vertiefen. Materialien, die Sie dabei unterstützen, Ihr Kind zielgerichtet und altersgerecht auf die Schule vorzubereiten, finden Sie in unserem Shop – viel Spaß beim Stöbern!