12 Vorschulkinder Übungen für Zuhause

Die Vorschulzeit ist ein sehr wichtiger Abschnitt im Leben eines jeden Kindes, leitet sie doch vom Dasein als Kindergartenkind zum Alltag als Grundschüler über. Mehr noch als zuvor haben die Eltern nun die Aufgabe, ihrem Schützling eine altersgerechte Förderung zuteilwerden zu lassen und ihn umfänglich auf die Herausforderungen der Schulwelt vorzubereiten. Was genau Kinder zum Datum der Einschulung bereits können sollten, können Sie in unserem Beitrag zum Thema nachlesen. Die folgenden Vorschulkinder Übungen – unterteilt in drei Kompetenzbereiche – eignen sich optimal für Vorschüler und warten darauf, von Ihnen und Ihrem Kind ausprobiert zu werden.

Vorschulkinder Übungen zu Mengen und Zahlen

Erbsen zählen

Sie brauchen

  • Einen leeren Eierkarton mit 10 Mulden
  • Einen Edding
  • 55 getrocknete Erbsen

Und so geht’s

Klappen Sie den Eierkarton auf und schreiben Sie je eine Zahl von eins bis zehn in die Mulden. Legen Sie die getrockneten Erbsen in den Deckel des Kartons und fordern Sie Ihr Kind dazu auf, die Erbsen so auf die Mulden zu verteilen, dass die Anzahl der in einer Mulde platzierten Erbsen der Zahl, die darauf geschrieben steht, entspricht.

Pappteller-Kuchen

Sie brauchen

  • Einen Pappteller
  • Eine Schere

Und so geht’s

Schneiden Sie den Pappteller in vier Viertel und legen Sie diese so aneinander, dass sie wieder einen vollständigen runden Teller bilden. Diese Übung lehrt Ihr Kind, was die Begriffe „das Ganze“, „Dreiviertel“, „die Hälfte“ und „ein Viertel“ bedeuten. Stellen Sie Ihrem Kind zum Beispiel die folgenden Aufgaben:

  • Wie viel musst du wegnehmen, damit noch ein halber Teller übrig ist?
  • Nimm ein Viertel weg – wie viel bleibt übrig?
  • Wie viel musst du zu einem Viertel Teller dazutun, um auf Dreiviertel zu kommen?

Punkte für den Marienkäfer

Sie brauchen

  • Pappkarton in rot und schwarz
  • Ein großes Glas
  • Einen Flaschendeckel
  • Einen Locher
  • Einen Bleistift
  • Einen Edding
  • Eine Schere
  • Einen Klebestift

Und so geht‘s

Zunächst gilt es, zehn Käfer zu basteln. Dafür umranden Sie den Boden des großen Glases zehnfach auf rotem Karton sowie den Flaschendeckeln zehnmal auf schwarzem Karton und schneiden die Kreise aus. Kleben Sie die schwarzen Kreise als Kopf an den roten Kreisen fest und halbieren Sie die roten Kreise ausgehend vom Kopf mit einem dicken Eddingstrich. Zu guter Letzt lochen Sie schwarzen Pappkarton, um 55 kleine Kreise auszustanzen, und schreiben je eine Zahl von 1 bis 10 auf die Rückseite der Käfer. Die Aufgabe Ihres Kindes ist es nun, einen Käfer nach dem anderen umzudrehen und mit so vielen Punkten, wie darauf geschrieben stehen, auszustatten, indem es ganz einfach die ausgestanzten kleinen Kreise auf die Flügel des jeweiligen Käfers legt.

Tipp: Diese Übung können Sie mit Ihrem Kind zusammen vorbereiten und so direkt eine kleine gemeinsame Bastelstunde gestalten.

Sind schon alle da?

Sie brauchen

  • Eine Box oder einen Karton ohne Deckel
  • Spielfiguren, z.B. Playmobilmännchen, Plastiktiere etc.
  • Karteikarten
  • Einen Stift

Uns so geht’s

Tragen Sie zunächst einige Figuren, am besten sowohl „Menschen“ als auch „Tiere“, zusammen, um die herum Sie im Anschluss kleine Geschichten spinnen, die Sie wiederum auf den Karteikarten niederschreiben und Ihrem Kind später vorlesen. Jede der kurzen Storys sollte sich in einem Raum (der Box) abspielen, mindestens fünf Charaktere (Spielfiguren) beinhalten, Möglichkeiten zum Abfragen von Zahlen bieten und sich in mehrere Passagen einteilen lassen. Ein Beispiel für eine geeignete Geschichte:

  • Die Maus feiert Geburtstag und hat alle ihre Freunde eingeladen: Den Feuerwehrmann, das Pferd, den Igel und den Polizisten.

An dieser Stelle unterbrechen Sie das Vorlesen und fordern Ihr Kind dazu auf, die genannten Figuren zur Geburtstagsfeier in die Box zu stellen.

  • Sind schon alle da? Die Maus zählt nach.

Nun soll Ihr Kind zählen, wie viele Gäste insgesamt gekommen sind.

  • Ja, vier Gäste, das sind alle. Aber Moment: Es klopft an der Tür! Wer kann das denn nur sein?

Fordern Sie Ihr Kind auf, die Augen zu schließen, und platzieren Sie zwei weitere Figuren in der Box. Fragen Sie es dann, welche Figuren neu dazugekommen sind.

  • Langsam wird es ganz schön voll hier. Wie viele Gäste sind es denn nun?

Ihr Kind soll wieder nachzählen, wie viele Gäste anwesend sind.

  • Ohje, in das Mäusehaus passen höchstens zehn Gäste und es klopft schon wieder. Wie viele Gäste kann die Maus noch hereinlassen?

Lassen Sie Ihr Kind auf die Frage antworten und entscheiden, welche der übrigen Figuren noch zur Geburtstagsfeier in die Box dürfen.

Nach diesem Prinzip können Sie die verschiedensten Geschichten niederschreiben und ausbauen – Abwechslung und Spaß garantiert!

Erste Buchstaben mit Vorschulkinder Übungen erlernen

Buchstabensuppe

Sie brauchen

  • Moosgummi
  • Einen Filzstift
  • Eine Schere
  • Pappkarton

Und so geht‘s

Zeichnen Sie die Großbuchstaben von A bis Z auf Moosgummi vor und schneiden Sie sie aus. Letztlich sollte jeder Buchstabe mit ein bis sechs Exemplaren vertreten sein. Fertigen Sie nun kleine Kärtchen aus dem Karton an und schreiben Sie je einen Großbuchstaben darauf. Mischen Sie die Moosgummi-Buchstaben ordentlich durch. Ihr Kind zieht nun eine Karte und soll alle dazu passenden Moosgummi-Buchstaben aus der Buchstabensuppe heraussuchen.

Tipp: Fordern Sie Ihr Kind dazu auf, den jeweiligen Buchstaben laut auszusprechen und zum Schluss nachzuzählen, wie oft es diesen gefunden hat.

Fingerfarben ABC

Sie brauchen

  • Fingerfarben
  • Einen großen Bogen Papier
  • Einen Bleistift

Und so geht’s

Zeichnen Sie einige Großbuchstaben mit Bleistift und in großzügigem Format auf dem Papierbogen vor. Ihr Kind soll die Buchstaben im Anschluss mit Fingerfarbe nachfahren und dabei laut aussprechen. So kann es sich ganz auf die Buchstaben selbst konzentrieren, ohne dass die Sache direkt vom korrekten Halten und Führen eines Stifts verkompliziert wird.

Buchstaben-Memory

Sie brauchen

  • Pappkarton
  • Eine Schere
  • Einen Klebestift
  • Einen Edding
  • Einen Drucker und Internet

Und so geht‘s

Schneiden Sie den Karton in 52 gleichgroße Quadrate und schreiben Sie je einen Großbuchstaben von A bis Z auf die Hälfte der Kärtchen. Überlegen Sie sich dann – am besten gemeinsam mit Ihrem Kind – jeweils einen Gegenstand oder ein Lebewesen, das mit den Buchstaben beginnt, zum Beispiel Apfel für A, Haus für H und Zebra für Z. Machen Sie sich online auf die Suche nach anschaulichen passenden Bildern, drucken Sie diese in der Größe der Kärtchen aus und bekleben Sie die noch leeren Karten damit. Legen Sie die Karten mit der leeren Seite nach oben aus und spielen Sie Memory nach klassischen Regeln, wobei Buchstabe und zugehöriges Bild ein Paar bilden.

Tipp: Beginnen Sie nicht direkt mit allen 26 Paaren, sondern lediglich mit 10 davon und steigern Sie die Anzahl und somit die Anforderungen nach und nach.

Lückenhafte Gutenachtgeschichte

Sie brauchen

  • 26 gleichgroße Kärtchen aus Karton
  • Einen Edding
  • Ein Blatt Papier
  • Einen Stift

Und so geht’s

Schreiben Sie je einen Buchstaben von A bis Z auf die Kärtchen, sodass im Endeffekt jeder Buchstabe einmal vorhanden ist. Schreiben Sie im Anschluss eine kurze Gutenachtgeschichte für Ihr Kind und werden Sie dabei ruhig kreativ. Sie können Ihr Kind zum Beispiel zum Helden der Story machen und seine Lieblingstiere einbauen. Streichen Sie schließlich einige Anfangsbuchstaben aus der Geschichte. Ein Beispiel:

An diesem Nachmittag wachte Noel auf und blickte blinzelnd in den blauen _immel (H) hinauf. Für einen kurzen Moment fragte er sich, wo er eigentlich war. Doch dann fiel es ihm wieder ein: Er hatte mit seiner _ama (M) Erdbeeren gepflückt und sich dann im Schatten unter dem großen _aum (B) ausgeruht. Er muss wohl eingeschlafen sein. „Mama“, ruft Noel und sieht sich suchend um, doch seine Mama scheint nicht in der Nähe zu sein. Ist sie etwa ohne ihn nach Hause gegangen? Noel steht auf und beschließt, sich alleine auf den Weg zurückzumachen. Schließlich ist er schon groß. Er kommt an einem kleinen Teich vorbei, auf dem einige _nten (E) schwimmen, überquert eine Straße an einer _mpel (A) und kommt schließlich an dem Haus an, in dem sein _pa (O) wohnt.

An den Stellen, an denen der Anfangsbuchstabe fehlt, lesen Sie nur das unvollständige Wort vor und machen eine Pause, in der Ihr Kind herausfinden soll, welcher Buchstabe fehlt. Diesen Buchstaben soll es aus den Kärtchen, die Sie vorher so verteilen, dass alle Lettern zu sehen sind, heraussuchen, benennen und dann das ganze Wort aussprechen. Vollenden Sie Noels Geschichte oder lassen Sie sich eine ganz eigene, auf die Vorlieben Ihres Kindes abgestimmte Story einfallen – viel Spaß!

Vorschulkinder Übungen zu Formen und Farben

Farbexperimente

Sie brauchen

  • Einen Wasserfarbkasten
  • Pinsel
  • Ein Glas Wasser
  • Ein Blatt Papier

Und so geht‘s

Was passiert, wenn Blau und Gelb gemischt werden? Welche Farben braucht man, um Lila zu erhalten? Lassen Sie Ihr Kind experimentieren und Farben wild miteinander mischen.

Formen ertasten

Sie brauchen

  • Knete

Und so geht‘s

Wechseln Sie sich mit Ihrem Kind ab: Einer modelliert eine geometrische Form (Kreis, Quadrat, Dreieck etc.) aus Knetmasse, der andere schließt die Augen und ertastet, um welche Form es sich handelt.

Klamotten sortieren

Sie brauchen

  • Kleidung in verschiedenen Farben

Und so geht’s

Bei dieser Übung soll Ihr Kind seine Kleidung nach Farben sortieren, um ein Gefühl für die unterschiedlichen Abstufungen und Nuancen eines Farbtons zu bekommen. Sie können diese Fragen einbauen:

  • Welches Kleidungsstück vom roten Stapel ist am hellsten?
  • Kannst du das dunkelste Teil aus dem blauen Stapel finden?
  • Ist diese Hose dunkler oder heller als diese Jacke?

Tipp: Zum Schluss kann Ihr Kind alle Kleidungsstücke eines Stapels von ganz dunkel bis ganz hell sortieren und so geordnet übereinanderstapeln.

Formtastischer Spaziergang

Sie brauchen

  • Karton
  • Einen Bleistift
  • Ein Lineal
  • Eine Schere

Und so geht’s

Zeichnen Sie jeweils ein Dreieck, ein Quadrat, ein Rechteck und einen Kreis auf Karton auf und schneiden Sie die Formen aus, von denen sich Ihr Kind eine aussuchen darf. Anschließend wählen auch Sie eine Form und machen sich gemeinsam mit Ihrem Kind auf zu einem kleinen Spaziergang. Bei schlechtem Wetter können Sie auch durch Ihre Wohnung spazieren. Die Aufgabe lautet: In der Umgebung nach der Form, die Sie sich ausgesucht haben, suchen. Immer dann, wenn einer von Ihnen „seine“ Form irgendwo erkennt (z.B. ein Briefkasten als Rechteck oder ein Autoreifen als Kreis), ruft er „Formtastisch“ und zeigt dem jeweils anderen seinen Fund. Sind beide der Meinung, dass die Form passt, werden die Formkarten getauscht und der Spaziergang geht weiter.