Wie kann ich mein 4-jähriges Kind fördern?

Die Integration im Kindergarten liegt schon eine ganze Weile zurück, das Kleinkindalter ist abgeschlossen, vielleicht hat sich sogar schon der erste Wackelzahn bemerkbar gemacht und bis zur Einschulung ist zwar noch Zeit, doch Eltern stellen sich dennoch die wichtige Frage: Wie kann ich mein 4-jähriges Kind fördern? Schließlich ist eine sinnvolle, altersgerechte Förderung niemals eine schlechte Idee und mit der Schulvorbereitung kann man kaum zu früh anfangen. Im Folgenden beleuchten wir vier große Bereiche, in denen vierjährige Kinder gefördert werden sollten, und verraten einige praktische Tipps für Eltern.

Zahlenverständnis und Zählen

Auch wenn sich ein Kind im Alter von vier Jahren definitiv noch nicht sicher im niedrigen Zahlenraum bewegen muss, darf es gerne erste Ziffern kennenlernen und beginnen, ein gewisses Verständnis für die Bedeutung von Zahlen zu entwickeln. Spielerische Übungen dazu können ganz einfach in den Alltag eingebaut werden. Sie können sich beispielsweise angewöhnen, Ihr Kind vermehrt auf Zahlen hinzuweisen und diese stärker in Ihren Sprachgebrauch einzubauen. Statt „Siehst du die Ponys?“, können Sie so zum Beispiel „Da stehen drei Ponys. Siehst du sie?“, sagen, oder statt „Wir brauchen noch Milch“ „Wir brauchen noch zwei Tüten Milch.“ Sollte Ihr Kind schon die Bekanntschaft mit ersten Zahlen gemacht haben, können Sie es immer wieder nebenbei zum Zählen auffordern:

  • Kannst du bitte vier Löffel aus der Schublade holen?
  • Wie viele Augen siehst du in meinem Gesicht?
  • Kannst du mir sagen, wie viele Schuhe du trägst?
  • Wie viele Erdbeeren möchtest du haben?
  • Kannst du nachsehen, ob wir schon drei Äpfel eingepackt haben?

Daneben bieten sich mitunter einfache Würfelspiele wunderbar an, um das Zählen auf spaßige Weise zu üben.

Sprache und Sprechen

Kinder sind mit einem natürlichen Gespür für die Sprache ausgestattet, weshalb sie zum Beispiel in der Lage dazu sind, das korrekte Bilden von Sätzen in ihrer Muttersprache zu erlernen, ohne jemals etwas von Grammatikregeln gehört zu haben. Dennoch ist es natürlich sinnvoll, Kinder in ihrer Sprachentwicklung zu fördern und dabei zu unterstützen, ihr Kommunikationspotenzial voll auszuschöpfen. Als besonders wertvoll für die Weiterentwicklung des Sprachgefühls hat sich das Vorlesen erwiesen. Sofern Sie dies nicht bereits tun, sollten Sie darüber nachdenken, eine diesbezügliche Routine einzuführen und Ihrem Kind beispielsweise immer nach dem Mittagessen oder vor dem Zubettgehen aus einem altersgerechten Buch vorzulesen. Im Anschluss können Sie einige einfache Fragen zum Inhalt des gerade Vorgelesenen stellen. So lernt Ihr Kind, achtsam zuzuhören, sich Informationen über einen kurzen Zeitraum hinweg zu merken und diese frei wiederzugeben. Grundsätzlich sind sich Experten einig, dass Kinder davon profitieren, wenn im Alltag in ganzen Sätzen und ohne „Babysprache“ mit ihnen gesprochen wird. Schließlich lernen Kinder durch Beobachtung und Nachahmung, weshalb Sie als Eltern auch im Hinblick auf die Sprachentwicklung als großes Vorbild dienen – ob Sie sich dessen nun bewusst sind oder nicht.

Buchstaben und Schreiben

Bei der Frage danach, inwiefern Kinder im Alter von vier Jahren bereits mit Buchstaben und dem Schreiben vertraut sein sollten, scheiden sich die Geister. Während die einen ihren Sprösslingen schon fleißig das ABC beibringen, halten andere solche Übungen für verfrüht. Unser Tipp: Beobachten Sie Ihr Kind und entscheiden Sie selbst, ob und in welchem Maße Sie es im Schreiben von Buchstaben fördern möchten. Schließlich kennt keiner Ihr Kind so gut wie Sie es tun. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind bereit ist, die ersten Buchstaben kennenzulernen, sollten Sie mit sehr leichten, spielerischen Übungen – wie etwa mit dem bloßen Nachfahren und Aussprechen eines Buchstabens – beginnen. Je nachdem, wie leicht oder schwer sich Ihr Kind mit solchen Übungen tut, können Sie den Schwierigkeitsgrad schneller oder eben langsamer steigern. Wichtig: Überfordern Sie Ihr Kind nicht, denn dies führt zügig zu Frustration und Demotivation. Schalten Sie lieber vorbeugend einen Gang zurück, als zu schnell zu viel zu erwarten. Um Ihr Kind optimal auf das Schreiben erster Lettern vorzubereiten, können Sie sich zunächst gemeinsam mit Schwungübungen beschäftigen. Diese speziellen Übungen schulen nicht nur die Augen-Hand-Koordination und die korrekte Stifthaltung, sondern trainieren auch die sichere Stiftführung und fördern das Konzentrationsvermögen. Übungshefte mit abwechslungsreichen Schwungübungen als sinnvolle Antwort auf die Frage „Wie kann ich mein 4-jähriges Kind fördern?“ finden Sie übrigens in unserem Shop.

Aufgaben des alltäglichen Lebens

Auch ganz abseits des Sprechens, Schreibens und Zählens gibt es so einiges, was mit einem Vierjährigen geübt werden kann. Unter die sogenannten Aufgaben des alltäglichen Lebens fallen Kompetenzen, Tätigkeiten und Fähigkeiten, die nicht in Schulfächern aufgegriffen werden und auch nicht in Übungsheften stehen, Ihr Kind aber dennoch weiterbringen und auch im Sinne einer umfassenden Schulvorbereitung nicht zu vergessen sind. Üben Sie mit Ihrem Kind so zum Beispiel Folgendes:

  • Schuhe binden
  • Kleidung alleine an- und ausziehen (Reißverschlüsse/Knöpfe öffnen und schließen)
  • Ordentliches Essen mit Besteck
  • Selbstständig Zähne putzen und Hände waschen
  • Eigenständig zur Toilette gehen
  • Sicheres Überqueren einer Straße (mit und ohne Zebrastreifen/Ampel)
  • Sichere Verwendung einer Schere
  • Wählen wichtiger Nummern (Zuhause, Großeltern, Polizei etc.)

Tipps: Wie kann ich mein 4-jähriges Kind fördern?

Egal wie genau Sie Ihr Kind nun fördern, welche Materialien Sie nutzen und auf welche Fähigkeiten Sie besonderen Wert legen, sollten Sie diese simplen Tipps im Hinterkopf behalten:

Inspiration aus dem Kindergarten holen

Wenn Sie Vorschläge dazu brauchen, wie Sie Ihren Vierjährigen optimal in seiner Entwicklung unterstützen können, sollten Sie sich an die Betreuenden im Kindergarten wenden. Schließlich verbringen diese Menschen ebenfalls viel Zeit mit Ihrem Kind und haben sicherlich die ein oder andere Idee in petto.

Kreativ werden

Beschränken Sie sich nicht auf wenige immer gleichbleibende Übungen, sondern werden Sie kreativ und sorgen Sie so für Abwechslung. Haben Sie zum Beispiel schon einmal daran gedacht, Übungsblätter für Ihr Kindergartenkind selbst zu gestalten? Inspiration liefert Ihnen dieser Beitrag.

Weniger ist (manchmal) mehr

Mit vier Jahren sollte Ihr Kind vor allem eines tun: seine Kindheit genießen. Das bedeutet nicht, dass jegliche Förderung zu vermeiden ist. Im Gegenteil! Es ist durchaus sinnvoll, Ihrem Kind fördernd unter die Arme zu greifen. Achten Sie dabei jedoch darauf, nicht zu viel des Guten zu verlangen und Konzentrationsfähigkeit sowie Lernbereitschaft Ihres Kindes nicht überzustrapazieren.